Gotthard-Tunnel, Schweiz

Der neue Gotthard-Basistunnel durch die Schweizer Alpen stellt mit 2 parallelen Einspurtunnelröhren auf einer Strecke von 57 km den längsten Eisenbahntunnel der Welt dar. Der Bau dieser Strecke wird auf vier Abschnitten durch verschiedene Arbeitsgemeinschaften ausgeführt. Beim Bau des Abschnittes Bodio/Faido durch das Consorzio TAT kommt mehrere Kilometer hinter der Tunnelbohrmaschine und ihren Nachläufern in der Ost- und Weströhre der sogenannte „Wurm“ zum Einsatz.

Die Liefergemeinschaft MSD Dresden und Bernold-Ceresola AG hat den Auftrag zur Fertigung und Montage einer Rohrbrückeninstallation zum Innengewölbeausbau - genannt „Wurm“ - vom Auftaggeber Consorzio TAT erhalten.

Jeder „Wurm“ hat eine Länge von rund 600 m und ein Gewicht von ca. 1900t . Er dient als Arbeitsplattform auf der die nachlaufenden Arbeiten und die Herstellung des Betoninnengewölbes erfolgen kann und schafft gleichzeitig als eine Rohrbrückeninstallation die Leitungsführung für Hochspannungskabel und Kühlwasserleitungen. Darunter kann von allen Arbeiten unbeeinträchtigt der Zugverkehr zur Versorgung der TBM auf einer zweispurigen Gleisanlage stattfinden.

Unser Partner, die Bernold-Ceresola AG, ist verantwortlich für den Bereich der Schalungen, der Betoniereinrichtungen, der Beton-Nachbehandlung und der zugehörigen Peripherie. MSD hat die Portale und die technischen Ausrüstungen für die übrigen Funktionen der Installation geplant, geliefert und montiert. Dieser Bereich besteht aus:

Rohrrückbauportal

2 Portale mit Trommeln für 2 Schläuche á DN 200 und einer Länge von >144 m und ein Rohrrückbauportal mit entsprechenden Kranen und sonstiger Infrastruktur dienen hier der Demontage der Rohrleitungen zwischen der Installation und der TBM

Kopfportal

Dieses Portal beinhaltet einen Teil der Infrastruktur zur Eigenversorgung der Gewölbebaustelle (Mittelspannungsanlage, Druckluftanlage, Feuerlöschanlage etc.) Dort ist ebenfalls die Hochspannungskabeltrommel zur zwischenzeitlichen Versorgung der TBM untergebracht. Über dieses Portal erfolgt einer der Hauptzugänge des mit Zügen ankommenden Personals. Mannschaftscontainer komplettieren die Ausrüstung.

Portale Nachprofilierung und Gewölbevorbereitung

In diesem, ca. 250 - 270 m langen Bereich werden alle vorbereitenden Arbeiten für die später sich anschließende Betonage ausgeführt. So sind die Portale mit Arbeitsbühnen, Krananlagen für den Materialumschlag, einer leistungsstarken Sauganlage und Lager- und Arbeitsflächen ausgestattet. Diese Arbeitsflächen bieten Platz für weitere notwendige Einrichtungen und Geräte zur Durchführung von Nachprofilier-, Sicherungs- und Reinigungsarbeiten am Gewölbe.

Mittenportal

Hier ist ein hydraulisches Schreitwerk mit zugehöriger Infrastruktur untergebracht, das im Zusammenspiel mit ebenfalls hydraulisch betätigten Schienenklemmen den arbeitstäglichen Vorschubbewegung der gesamten Installation von ca. 24 m dient.

Hieran schließt sich der 108 m lange Bereich der Betonage und Nachbehandlung des Innengewölbes an (Fa. Bernold-Ceresola AG).

Heckportal

Dieses Portal beinhaltet funktionell die gleiche Infrastruktur, wie das Kopfportal

Rohrvorbau

Hier gibt es, wie im Rohrrückbau zwei Schlauchtrommelportale und ein Bauportal, mit dessen Infrastruktur der unterbruchsfreie Betrieb und der Bau der Tunnelleitungen am Ende der Gewölbebaustelle erfolgt.

Die einzelnen Portale sind mit Beleuchtung und Notbeleuchtungen und mit Signalisierungs- und Schutzeinrichtung entsprechend den gültigen Arbeitsstätten- und Arbeitsschutzrichtlinien ausgerüstet.

Bauseits zu stellende Ausrüstungen, wie Wetterkühler und sonst. Infrastruktur ergänzen die Installation.

Insgesamt werden mit dieser ausgeklügelten Konstruktion in beiden Tunnelröhren je 14 km Betonarbeiten beim Los Bodio und rund 11 km beim Los Faido ausgeführt. Der fertige Gotthardbasistunnel wird voraussichtlich im Jahre 2015 in Betrieb genommen.

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